Rezension // Die junge Braut von Alessandro Baricco

Nachdem ich letztes Jahr in den Genuss der Lektüre des internationalen Bestsellers Seide gekommen bin (hier geht’s zur Rezension – ich liebe diesen Roman!) und genauso ein Fan von Novecento war (Rezension hier), wollte ich herausfinden was es mit Alessandro Bariccos Die junge Braut auf sich hat. Soviel vorausgeschickt: Was sich zu Beginn wie eine unterhaltsame Geschichte liest, wird mit der Zeit ganz schön skurril – der Roman ist für meinen Geschmack sehr speziell und erfordert höchste Aufmerksamkeit. 

Inhaltsangabe zu Die junge Braut

Wie der Titel verrät, geht es um eine junge Braut bzw. eine, die es noch werden soll. Wie vereinbart, taucht sie an ihrem 18. Geburtstag bei der Familie ihres zukünftigen Bräutigams auf, doch ist dieser nicht zu Hause. Die junge Braut wird trotzdem hereingebeten: „Sie wurde an diesem Tag nicht erwartet, oder vielleicht doch, aber man hatte es vergessen.“ Die nächste Zeit verbringt die junge Braut hartnäckig wartend bei der durchgeknallten Familie, die immer ausgiebigst bis 15 Uhr frühstückt, Lesen und das Unglück ablehnt sowie die Nacht fürchtet. Ob der Sohn jemals kommt – alle Familienmitglieder zweifeln immer mehr daran, obwohl es durchaus Anzeichen für eine Rückkehr gäbe.

Meine Gedanken zum Roman

Wer Alessandro Bariccos Erzählungen aufgrund der Leichtigkeit und der sprachlichen Schönheit liebt, könnte eventuell mit Die junge Braut überfordert sein. Ich war es auch ab und zu. Warum? Baricco wechselt häufig die Erzählstimme und führt die LeserInnen bewusst in die Irre. Ich musste mich häufig dazu aufraffen weiterzulesen, da es doch einige meiner Gehirnzellen beanspruchte – grundsätzlich nichts schlechtes, doch war meine Erwartungshaltung gegenüber der Stilistik eine andere. Die Figuren hingegen sind allesamt sehr interessant gestaltet, wenngleich sie über keine Namen verfügen. Es wird lediglich über die Mutter, den Vater, den Onkel und dem Sohn gesprochen. Ein bisschen verstörend war auch die erotische Komponente in der Handlung bzw. die übergeordnete Selbstreflexion zu diesem Thema. Im Roman kommt nämlich auch ein Autor vor, der aus der Ich-Perspektive diese Geschichte niederschreibt und gefragt wird warum er so viel Sex einbaue – aber lest selbst.

Zum Autor Alessandro Baricco

Alessandro Baricco, 1958 in Turin geboren, studierte Philosophie und Musikwissenschaft. Er ist Mitherausgeber verschiedener Literaturzeitschriften und von La Repubblica. Neben seinen Romanen hat Baricco zahlreiche Essays, Erzählungen und Theaterstücke verfasst, sein Roman Seide wurde zum internationalen Bestseller. Baricco wurde mit dem Premio Campiello, dem Premio Viareggio und dem Prix Médicis Étranger ausgezeichnet. Die junge Braut ist 2017 erschienen. [Biografie lt. http://www.hoffmann-und-campe.de]

Weitere Besprechungen zu Die junge Braut

Bücherkaffee I ktinka I Astrolibrum

Das Buch wurde mir freundlicherweise von Hoffmann & Campe zur Verfügung gestellt.

Hier geht’s zum Buch.

 

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