Aufgelistet // Über die Geschichte des Datings

War früher noch alles besser? Früher, als ein Swipe nach rechts bei Tinder noch nicht ausgereicht hat, um jemanden kennenzulernen. Dabei ist die Geschichte des Datings erst 100 Jahre alt und begann damit, dass junge Frauen in die Städte gezogen sind, um zu arbeiten. Im Sachbuch Dating. Eine Kulturgeschichte unternimmt Moira Weigel eine kleine Zeitreise mit uns und spannt den Bogen zur heutigen Dating-Praxis. Ich habe für euch fünf interessante Fakten übers Dating daraus zusammengefasst. Wusstet ihr zum Beispiel, dass man rund um 1900 festgenommen werden konnte, wenn man sich in der Öffentlichkeit getroffen hat?

Zum Ursprung des Datings: „Die Geschichte des Datings begann, als Frauen ihre eigenen und die Häuser anderer verließen, wie sie als Sklavinnen und Hausmädchen geschuftet hatten, und in die Städte zogen, wo sie Jobs annahmen, bei denen sie mit Männern in Kontakt kamen. Zuvor hatte es für junge Menschen keinerlei Möglichkeit gegeben, sich unbeaufsichtigt zu treffen, und jeder, dem man im eigenen Dorf über den Weg lief, war mit hoher Wahrscheinlichkeit jemand, den man schon kannte.“ (Weigel 2018, S. 15f)

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Dating-Fakt Nr. 1: Warum die Männer bei Dates bezahlen

Dass Frauen schlechter bezahlt werden als Männer ist ein altbekanntes Problem, früher war der Unterschied allerdings derart horrend, dass es Frauen kaum möglich war auswärts essen oder in den Freizeitpark zu gehen. Es wurde angenommen Frauen würden nur arbeiten, um die Einkommen ihrer Väter oder Ehemänner aufzubessern. „Im Jahr 1900 verdiente die durchschnittliche Arbeiterin weniger als halb so viel wie ein Mann in derselben Position.“ (ebd., S. 22) Also mussten sich die Frauen einladen lassen. Je beliebter das Dating wurde, desto mehr Bars, Restaurants und Freizeitparks sind entstanden – mit Beginn der Datingkultur ging also auch ein wirtschaftlicher Aufschwung einher.

Dating-Fakt Nr. 2: Visitenkarten wurden nicht nur geschäftlich ausgetauscht

Anfang des 19. Jahrhunderts war es Mädchen der Mittelschicht ab 16 Jahren gestattet Verehrer zu empfangen. In der Regel traf die Mutter die Wahl, wer zu Besuch kommen durfte. Sollte innerhalb des ersten Jahres noch niemand passendes dabei gewesen sein, durfte auch die Tochter potentielle Kandidaten einladen. Es kam auch vor, dass Männer unangekündigt vor der Tür standen. In diesem Falle musste er zuerst dem Hausmädchen seine Visitenkarten aushändigen. „Wenn das Mädchen kein Interesse hatte, konnte es ausrichten lassen, es sei nicht zu Hause. Wollte es den Verehrer sehen, durfte er in den Salon vortreten.“ (ebd. S. 23).

Dating-Fakt Nr. 3: Angebote für Homosexuelle gab es meist zuerst

Singlebars für Heteros sind erst entstanden nachdem das Konzept für ein schwules Publikum erfolgreich war. Ähnlich war es mit Dating-Apps. 2009 kam Grindr – die erste Dating-App für „schwule, bisexuelle und neugierige“ auf den Markt und erst drei Jahre später wurde Tinder als erfolgreichste App für heterosexuelle Singles gelauncht. (vgl. ebd., S. 74)

Dating Fakt Nr. 4: Ladenmädchen wollten immer in der ersten Reihe stehen

Frauen, die in Kaufhäusern arbeiteten, sogenannte Ladenmädchen, waren in den Zwanzigerjahren stets versucht ganz vorne am Verkaufstresen zu arbeiten, damit sie gegebenenfalls während der Arbeit mit jungen Herren flirten konnten. Sie wollten einen Mann finden, „der sie aus dem Verkaufsraum rettete.“ (ebd., S. 137)

Dating Fakt Nr. 5: Alle Dating-Ratgeber sind absoluter Quatsch

Die Autorin betont mehrmals im Buch, dass wir alle Dating-Ratgeber praktisch in die Tonne treten können. Sie haben nämlich eines gemein: Sie propagieren, dass man sich verstellen müsse, um einen potentiellen Partner für sich gewinnen zu können. Dabei reicht es doch, wenn man sich einfach so gibt wie man ist. Punkt.

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